Haan
Bergisches Land
 

Hihawai's Solingen Reiseführer


von Udo Haafke

Solingen Vorstellung

Solingen – die Stadt der Klingen

Erst seit 2012 führt Solingen am nordwestlichen Ausläufer des Bergischen Landes ganz offiziell den Namen Klingenstadt. Dabei reicht die ruhmreiche Geschichte der Fertigung von Klingen, von Schmiedekunst und Scherenschleiferei zurück bis mindestens ins 13. Jahrhundert. Im Solinger Stadtbild führen Scheren, Messer und Gabeln ein facettenreiches Dasein in unterschiedlichsten Darstellungsformen und Spielarten. Sie bezeugen die große wirtschaftliche Bedeutung von Schneidewerkzeugen für die Stadt und ihre 160.000 Einwohner.

Solingen Sehenswürdigkeiten

Schloss Burg - die Wiege des Bergischen Landes

Es ist das Wahrzeichen des Bergischen Landes und Aushängeschild der Region: Schloss Burg. Das eindrucksvolle Bauwerk ließen die Grafen von Berg im 12. Jahrhundert oberhalb der Wupperschleife als repräsentativen Stammsitz errichten, nachdem sie zuvor ihre massiven Zelte bei Altenberg aufgeschlagen hatten. Über mehr als 200 Jahre regierten sie von hier aus die Geschicke des Landes, bevor es allmählich seine Bedeutung als Machtzentrum verlor und zum, gleichwohl prächtigen Jagdschloss degradiert wurde. Während des 30-jährigen Krieges massiv zerstört, blieb letztlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur noch ein ruinöses Fragment des einstmals stolzen Bauwerks übrig. Rettung und Wiederaufbau verdankt Schloss Burg einem zu diesem Zwecke gegründeten Förderverein und auch finanzieller Unterstützung durch das deutsche Kaiserreich. Zwischen 1890 und 1914 erwachte die Burg wieder zu neuem Leben, die endgültige Fertigstellung der größten Rekonstruktion ihrer Art erfolgte schließlich im Jahr 1925. Schon zwei Jahre später nahm das dort beheimatete Bergische Museum bereits seine Arbeit wieder auf.

Den Ortsteil Unterburg verbindet seit 1952 eine Seilbahn mit Oberburg und Schloss Burg. Der Aufstieg per Pedes beträgt zwar nur etwa 100 Höhenmeter, gestaltet sich jedoch höchst schweißtreibend. Die Umgebung der Burganlage wartet mit typisch bergischer Gastronomie auf, die Burg selbst kann auf eigene Faust oder im Rahmen von Führungen erkundet werden. Darüber hinaus ist sie pittoresker Schauplatz zahlreicher Märkte (Ostermarkt, Mittelaltermarkt, Kunsthandwerkermarkt, Adventsmarkt) und der populären Ritterspiele, die alljährlich um Pfingsten herum ausgerichtet werden. Die Burgkapelle schließlich bildet den romantischen Schauplatz zahlreicher Hochzeitsfeierlichkeiten.

Solingen - weitere Einträge in Sehenswürdigkeiten

Müngstener Brücke

Gräfrather Lichtturm

Haus Grünewald

Wasserschloss Hackhausen

Solingen Theater & Museum

Deutsches Klingenmuseum

Die eindrucksvolle Geschichte Solinger Klingenschmiedekunst ist im ehemaligen Gräfrather Frauenstift anschaulich aufbereitet. Zu sehen sind Messer, Scheren, Bestecke sowie zahlreiche Schneidewerkzeuge und deren gestalterische Veränderungen über die Jahrhunderte. Zunächst handwerklich in kleinen Werkstätten gefertigt, erfolgte später die industrielle Herstellung, die mit weltweit bedeutenden Markennamen einhergeht. Außerdem wird die Klostergeschichte beleuchtet, denn hier befindet sich auch der Gräfrather Kirchenschatz. Darüber hinaus gibt es Sonderausstellungen, themenspezifische Führungen und eine große Auswahl an unterhaltsamen Workshops.

Solingen - weitere Einträge in Theater & Museum

Solinger Kunstmuseum

Plagiarius

Laurel & Hardy Museum

Solingen Parks & Gärten

Müngstener Brückenpark

Mit der Landschaftsausstellung Regionale 2006 entstand unmittelbar unterhalb der Brücke der neue Brückenpark als Freizeiteinrichtung und Naherholungsgebiet. Von hier aus können erholsame Wandertouren entlang der waldreichen Wupperufer unternommen werden. Den Clou des Brückenparks aber stellt die einzigartige Schwebefähre dar, die eigens für den Park gebaut wurde. Aufgehängt an Stahlseilen verbindet sie das linke und rechte Ufer der Wupper und kann bis zu 10 Personen befördern. Für das Vorwärtskommen dürfen die Passagiere unter fachkundiger Aufsicht des Fährmannes sogar selbst sorgen.

Solingen Stadtteile & Viertel

Gräfrath - das bergische Dorf

Den nördlichsten Stadtteil Solingens bildet das Dorf Gräfrath, das in sich ein wahres bergisches Kleinod darstellt. Fachwerk und mit Schiefer verkleidete Häuser dominieren und prägen den historischen Kern des Ortes, der schon um 1135 gegründet wurde. Etwa 50 Jahre später erfolgte bereits die Grundsteinlegung eines Klosters, das erst 1803 aufgegeben wurde und heute das Solinger Klingenmuseum beherbergt. Die ehemalige Stiftskirche wurde zur katholischen Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt umgewidmet und überragt noch immer vom Klosterberg aus stolz den Ortskern. Eine lange Treppe - mitten durch bergisches Wohnidyll mit Anlehnungen an den Stil des Biedermeier - führt hinab zum Marktplatz, in dessen Mitte der Gräfrather Brunnen von 1730 fröhlich vor sich hin plätschert. Auf der grauen Steinsäule findet sich ein Relief des Gräfrather Schöffensiegels von 1483. Neben der gedrungenen evangelischen Kirche gruppieren sich hier um den kopfsteingepflasterten Platz gut 90 erwähnte Baudenkmäler mit Wohnhäusern, Läden und zahlreichen gastronomischen Betrieben. Der Spaziergang in den Gassen ringsum gleicht einer kleinen Zeitreise zurück ins 18. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt der Großteil des Gebäudebestands, der zuvor des Öfteren von Feuersbrünsten heimgesucht wurde.

Solingen - weitere Einträge in Stadtteile & Viertel

Solingen Wald

Solingen Burg

Solingen Ohligs

Solingen Veranstaltungen

Gräfrather Lichterzauber

Alljährlich Anfang September verwandelt sich der malerische Stadtkern von Gräfrath in ein prächtig illuminiertes Lichtermeer. Der Marktplatz wird zur langen kulinarischen Tafel, es gibt Feuer- und Schwarzlichtshows sowie Musik- und Chorveranstaltungen von improvisierten kleinen Bühnen. Die ganze Stadt ist auf den Beinen und feiert sich in besonderem Licht bis spät in den Abend hinein. Besonders erlebenswert sind eine Begehung des Deutschen Klingenmuseums im Rahmen einer Taschenlampenführung und ein Besuch der - in ihrem Inneren mystisch illuminierten - Klosterkirche.

Solingen - weitere Einträge in Veranstaltungen

Weihnachtsmarkt

Ritter auf Schloss Burg

Solingen Geschichte

Geschichte der Stadt Solingen

Die Gründung der Stadt erfolgte nach urkundlichem Beleg schon 1067, gleichwohl die waldreiche Region an der Wupper schon viel früher besiedelt gewesen sein dürfte. Der Ursprung des Namens Solingen bleibt dagegen mangels zuverlässiger Belege weiterhin rätselhaft. Man vermutet, dass es einen Zusammenhang mit einer einstigen Bezeichnung für aufgeweichte Erde geben könnte.
Im 12. Jahrhundert errichteten die damaligen Machthaber, die Grafen von Berg, und späteren Namensgeber für das Bergische Land, Schloss Burg oberhalb eines Wupperbogens als ihr repräsentatives Domizil. Die Burganlage im Ortsteil Burg gilt heute als symbolhaft für das Bergische. Schon bald setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung durch die Herstellung von Schneidewerkzeugen ein, den die Grafen zusätzlich forcierten. Überall an den zahlreichen Bachläufen entstanden kleine Kotten mit Wassermühlen, welche die notwendige Energie für die Klingenschmiede erzeugten. Der Wald lieferte seinerseits die Grundlage für die ebenfalls wichtige Holzkohle. Speziell aus dem Alpenraum zogen Schmiede und metallverarbeitende Handwerker nach Solingen. Deren Fertigkeit im Umgang mit Erz und Kohle, die aus dem Siegerland und dem Ruhrgebiet kam, begründete letztlich den heute noch immer geltenden Weltruhm, den Solinger Klingen genießen.
Das Qualitätssiegel »Me fecit Solingen« wurde bereits 1571 auf die Klingen graviert und weckt seither wirtschaftliche Begehrlichkeiten. Made in Solingen hieß es dann später und heißt es noch heute, worunter weder Qualität noch Ruhm zu leiden hatten.

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