Haan
Bergisches Land
 

Hihawai's Ratingen Reiseführer


von Udo Haafke

Ratingen Vorstellung

Die Stadt Ratingen

Ratingen stellt mit gut 90.000 Einwohnern die größte Gemeinde im Neanderland, dem Verwaltungsgebiet des Kreises Mettmann. Das Stadtgebiet vergrößerte sich erheblich Mitte der 1970er Jahre durch die kommunale Neuordnung, die u.a. die Realisierung des geplanten Amtes Angerland verhinderte. Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel, Homberg, Lintorf und Schwarzbach kamen als neue Ortsteile zu Alt-Ratingen mit Tiefenbroich und Eckamp bzw. Ratingen-West hinzu.

Insbesondere von der Nähe zur NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf und dem dortigen Flughafen profitiert die Stadt Ratingen als populärer Wohn- und Gewerbestandort am nordwestlichsten Zipfel des Bergischen Landes. Die einst von einer massiven, noch fragmentarisch erhaltenen Stadtmauer umschlossene Innenstadt Ratingens weist noch einige, typisch Bergische Elemente auf.

 

Ratingen Sehenswürdigkeiten

Haus zum Haus

Die Anger füllt den Wassergraben um die Burg Haus zum Haus und prägt somit das verträumte Erscheinungsbild der Wasserburg, die etwas nördlich der Innenstadt liegt und wohl populärste Sehenswürdigkeit Ratingens sein dürfte. Sie bietet zu allen Jahreszeiten einen wunderbaren Rahmen für entspannte Spaziergänge. Besonders Hochzeitspaare schätzen die ausgesprochen romantische Kulisse als optischen Hintergrund für den schönsten Tag des Lebens.

Wahrscheinlich gab es am gleichen Standort schon um 800 eine einfache Wehranlage, die etwa zur Zeit der Ratinger Stadtgründung im 13. Jahrhundert zu einem stattlichen Rittersitz ausgebaut wurde. Im heutigen Ensemble aus Vorburg und Hauptburg ist davon jedoch nur noch wenig zu erkennen. So stammen die beiden runden Südtürme aus dem 15. Jahrhundert, ebenso die rechteckige Ringmauerburg. Etwas jünger sind der Torturm und die Vorburg.

Um 1910 machte die Burg, immer wieder bewohnt von unterschiedlichen Pächtern, einen schon recht bemitleidenswerten, wenngleich trutzigen Eindruck. 1972 durch eine Schenkung in den Besitz der Burganlage gelangt, verpachtete die Stadt das gesamte Anwesen an das Düsseldorfer Architekturbüro Lambart, das eine umfassende Restaurierung in die Wege leitete und die Burg aus dem Dornröschenschlaf erweckte. Im historischen Ambiente entstanden Mietwohnungen, repräsentative Büros, eine Gastronomie sowie Veranstaltungsräume.

Ratingen - weitere Einträge in Sehenswürdigkeiten

Haus Cromford

Poensgen-Park

Kirche St. Josef in Eckamp

Haus Gräfgenstein

Dicker Turm

Ratingen Seen

Blauer See

Zwischen dem Angertal und dem weitläufigen Ratinger Waldgebiet Oberbusch lag im 19. Jahrhundert ein Kalksteinbruch, der 1932 aufgegeben wurde. Das einlaufende Grundwasser verlieh dem entstehenden See eine markante, tiefblaue Farbigkeit, der er letztlich seinen Namen verdankt. Die landschaftliche Schönheit machte ihn bald zu einem populären Ausflugsziel, bald auch zum Naturdenkmal. Schon 1949 nutzte man die durch den Steinbruch bedingten geologischen Formationen als passende Kulisse für eine Freilichtbühne und die ersten Karl-May-Festspiele.

Drei Jahre später öffnete der Märchenzoo im Märchenwald seine Pforten und wurde zur beliebten Attraktion. Zur weiteren Freizeitgestaltung trugen in Folge die Tret- und Ruderboote auf dem See bei, während in der Höhe ein Ausflugslokal entstand sowie unterschiedlichste Betätigungsmöglichkeiten von Mini-Golf übers Ponyreiten bis zur Fahrt mit der Miniatureisenbahn. Da sich Vorlieben und Ansprüche im Laufe der Jahrzehnte veränderten, wirken die Anlagen heute eher etwas bieder.

Dennoch kam in jüngerer Zeit ein Lehrpfad durch den Wald hinzu, der sich auch für entspannte Wanderungen anbietet. Die Westernhelden auf der Bühne, zwischen 1970 und 1994 war stets das Ensemble der Festspiele von Elspe mit Pierre Brice als legendärem Winnetou-Darsteller zu Gast, machten bei Kindern beliebten Figuren aus der Literatur von Pippi Langstrumpf über den Räuber Hotzenplotz bis Peter Pan Platz. Außerdem finden in regelmäßigen Abständen lebhafte Trödelmärkte statt. Aktuell plant die Stadt eine weitreichende Neugestaltung der touristischen Anlagen.

Ratingen Weiher und Teiche

Auermühle

Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts findet die Auermühle im Angertal erste urkundliche Erwähnung. Große Bedeutung für die Versorgung der Stadt erlangte sie während des 30-jährigen Krieges, als sie zum Ersatz der Stadtmühlen einspringen musste. Im 19. Jahrhundert diente die Wassermühle zum Mahlen von Korn und auch als Brennerei. Im Jahr 1900 dann brannten die ursprünglichen Gebäude ab und die heute noch sichtbaren Häuser wurden errichtet. Das Mühlrad hatte schon damals keine aktive Funktion mehr. Vielmehr sollte das stattliche Haus mit seinen Nebengebäuden 1908 zu einem Ausflugslokal hergerichtet werden.

Ein guter Plan, denn es lag und liegt günstig am Verlauf des Angerbaches und am Startpunkt des Hölender-Weges, der nach Eggerscheidt führt. So entstand am Ufer des malerischen Mühlteiches, auf dem man romantischen Bootstouren unternehmen konnte, eine große Gartenterrasse unter dichtem Baumbestand, Fremdenzimmer wurden eingerichtet und ein Spielplatz angelegt. Die Auermühle galt bald als Sinnbild für gepflegte Ratinger Sommerfrische und erfreute sich großer Beliebtheit. 1978 nahm sich der Zweckverband »Erholungsgebiet Angertal« der mittlerweile maroden Bausubstanz an und führte umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch, reaktivierte die Gastronomie und schon bald bevölkerten wieder Ausflügler den idyllischen Platz.

Ratingen Geschichte

Die Stadtgeschichte

Die ersten urkundlichen Erwähnungen für Ratingen aus dem 9. Jahrhundert lauten Hratuga und Hretinga. Doch eine Besiedlung gab es schon wesentlich früher, wie zahlreiche Funde alter Werkzeuge belegen. Der Ort lag günstig an der Kreuzung zweier wichtiger, vorchristlicher Handelswege. Die Wege haben sich verändert, die günstige Lage ist geblieben. Diese und der strategisch gute Standort verhalfen Ratingen schon im Dezember 1276 zum Stadtrecht. Ratingen wurde zu einer der vier tragenden Säulen des damals in der Region bestimmenden Herzogtums Berg, bekam bald danach eine massive Stadtbefestigung mit mächtigen Türmen und repräsentativen Stadttoren, davon sind Teile heute noch sichtbar, und erlebte eine glorreiche wirtschaftliche Zeit für die folgenden gut 300 Jahre.

Doch dann lief ihr der aufstrebende Nachbar am Rhein, Düsseldorf, den Rang ab. Pest und der 30-jährige Krieg besorgten ein Übriges und hinterließen eine unbedeutende, wenig ansehnliche und agrarisch geprägte Siedlung. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann ein zunächst vorsichtiger, später unaufhaltsamer Wiederaufbau. Insbesondere der Initiative Johann Gottfried Brügelmanns hat Ratingen viel zu verdanken, denn mit der Errichtung der ersten mechanischen Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent begründete er im Tal der Anger die Wiege der Industrialisierung. Das LVR-Industriemuseum - mit der Textilfabrik Cromford, dem imposanten Herrenhaus und der rekonstruierten Fabrikationsanlage - ist heute ein lebendiges Zeugnis dieser epochalen Neuerung.

Weitere Industrien folgten, bald darauf die Eisenbahn und ein stetig dichter werdendes Verkehrsnetz. Selbst die populären Lastkraftwagen der Marke DAAG werden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Ratingen produziert. Die Schatten des Zweiten Weltkrieges lasteten zwar schwer auf der Stadt, die sich jedoch bald erholen konnte und sich am Wirtschaftswunder in der Region zwischen Rheinland und Ruhrgebiet beteiligte.

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