8 Euro Eintritt! Muss das sein? Na gut, im Urlaub sitzt das Geld ja bekanntlich lockerer...
Dann geht es um die Ecke in ein großes Loch hinein - kein schwarzes Loch
- nein, ein großes breites Loch, in das die Sonne so hell, ja grell
hinein scheint, dass man ein Segel darüber gespannt hat.
Der breite Abstieg ist bewachsen mit Palmen und anderen grünen
Gewächsen, deren Name ich nicht kenne. Unten im Jameos del Agua schimmert sanft ein See. Es
ist wie der Abstieg zur vergessenen Welt. Jurassic Park lässt grüßen.

"Jameos del Agua: Ein an mehreren Stellen
eingestürzter Lavatunnel wurde von Cesar Manrique zu einer Art
Gesamtkunstwerk umgestaltet. Mit kontemlativem Salzsee, reichhaltiger
subtropischer Pflanzenwelt..." So der Reiseführer Lanzarote aus dem Michael Müller Verlag.
"Los Jameos del Agua - sowie die Cueva de los Verdes - enstanden in dem
Lavastrom des Ausbruchs des Vulkans La Corona, die Lava floss unter
einer Kruste unterirdisch. Bedingt durch die Accumulation von Gasen
unter der Oberflaeche, stuerzten Teile der Decke ein. Der Eingang ist
das sogenannte Jameo Chico. Es wurde in ein Restaurant verwandelt, das
ueber eine Steinwendeltreppe zu erreichen ist". So die Beschreibung von
LanzaroteIsland.com.
Kann sich ein Mensch bei diesen Texten vorstellen, welche Schönheit,
welches Naturwunder, welches unvergessliche Erlebnis hier beschrieben
werden soll?!
8 Euro Eintritt! Muss das sein? Na gut, im Urlaub sitzt das Geld ja bekanntlich lockerer. Aber die lange Schlange an der Kasse, die können wir nicht akzeptieren. Nach der Fahrt von Playa Blanca will ich nicht direkt im Anschluß eine 3 Viertel Stunde Schlange stehen. So gehen wir erste einmal Mittag Essen und kommen später zurück zu Jameos del Agua
Dieses Mal ist die Schlange bedeutend kürzer. Wir stehen nur 15 Minuten an. Nachdem wir endlich eingelassen werden, geht es um die Ecke in ein ein großes Loch hinein. Kein schwarzes Loch
- nein, ein großes breites Loch, in das die Sonne so hell, ja grell
hinein scheint, dass man ein Segel darüber gespannt hat.
Der breite Abstieg ist bewachsen mit Palmen und anderen grünen
Gewächsen, deren Name ich nicht kenne. Unten schimmert sanft ein See. Es
ist wie der Abstieg zur vergessenen Welt. Jurassic Park lässt grüßen.
Auf halber Höhe geschieht das unerwartete: Die Höhle öffnet sich nach
hinten. Hier hat ein großzügiges Restaurant seinen Platz gefunden. Der
Abstieg zu den Toiletten am hinteren Ende führt noch tiefer und weiter
in das Jameo hinein.
Aber vorne lockt der See unter einem hohen Gewölbe: Jameos del Agua.
Das Gewölbe ist gar kein Gewölbe, eher vielleicht eine Brücke.
Unten am
Rand des Sees erkennt man den 100 Meter entfernten Wiederaufstieg, den
2ten Jameo, das Pendant zu meinem Standort.
Besucher stehen auf
der gewundenen Treppe zwischen Farnen, Gummibäumen und Kakteen, schauen
zurück auf den See. Das Sonnenlicht das oben blendend in den Trichter
hineindringt, verliert nach unten zusehends an Helligkeit. In der Tiefe
am See nur noch schützendes Dämmerlicht. Ein paar Nebelschwaden fehlen.
Nein, sie fehlen nicht. Ist das Jameo del Agua die Vorlage für unzählige
Romane und Erzählungen, die ich sonst immer als Kitsch abgetan habe?
Keine Ahnung.
Der schmale Pfad am Rand des Sees führt zur anderen Seite. In dem See
überall - etwa 1 - 2 cm große - helle Flecken. Münzen? Nein, kleine
Albinokrebse, die nur an ganz wenigen Stellen der Erde überirdisch
existieren.
Der Aufstieg. Oben angekommen sticht das sich reflektierende Sonnenlicht
in die Augen. Ein hellweiß gestrichener, sich sanft absenkender Pool
liegt inmitten der schwarzen Lavawände rundrum. Das Türkisblau des
Wassers unwirklich und doch so real. Palmen, Papayas und Kakteen
schmücken die Wände. Das mondäne Domizil eines James Bond Schurken?
8 Euro Eintritt für Jameos del Agua - Nie waren sie besser investiert.
Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai veröffentlicht am 05.08.2010 um 11:44 Uhr
Letzte Änderung: 02.11.2011 um 08:51 Uhr
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