Der Halberg ist in ganz Europa Synonym für die Studios des Saarländischen Rundfunks und der Europawelle. Das ist der moderne Halberg - mit seinen Redaktionen, Studios und Radiokonzerten. Nur noch wenige denken an die jahrhunderte alte Geschichte die der Halberg erlebte und dessen Zeugen heute noch zu besichtigen sind. Die Wanderung dauert dauert etwa 2 Stunden - je nach Schnelligkeit und Aufenthaltsdauer an den Stationen. Sie beginnt am Parkplatz vor den Toren des SR. Alle
Sehenswürdigkeiten liegen einfach da, kosten keinen Eintritt und sind
frei von Öffnungszeiten zugänglich.
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Der Weg
beginnt am oberen linken Ende des SR - Parkplatzes. Immer rechts halten, geht es fast bis auf die andere Seite des Halbergs. Unterwegs bieten sich immer wieder nette Ausblicke auf Sankt Arnual bis hin zum Zentrum Saarbrückens. Im Herbst gibt es sehr viele Kastanien - die aber auch schnell wieder weg sind. Der Halberg ist halt sehr stadtnah. Das hört man auch. Wenn man so weit ist, dass man auf die Mainzerstraße schauen kann, geht ein Weg links den Berg hinunter. Früher gab es einen Wegweiser, heute steht nur noch der Rahmen. Ein paar Meter tiefer führt ein Weg parallel zurück. Nach wenigen Metern taucht links die Mithrasgrotte auf.
Die Mithras-Grotte
Geschichte: Die Spuren der Zivilisation reichen hier bis ins Jahr 50
zurück. Wie soll es anders sein? Die Römer waren es mal wieder.
Sie siedelten am Fuße des Halbergs und brachten den Mithraskult aus
Vorderasien mit. Im ersten Jahrhundert entwickelte sich der Mithraskult
zu einem den Männern vorbehaltenen Geheimorden. Diese verbreitete sich so rasch, dass es sogar für kurze Zeit Staatsreligion wurde. Die Kultstätten befanden
sich durchweg in unterirdischen Höhlen und Gewölben. Der Mithras Kult wieß erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem Christentum auf. So wurde auch Mithras von seinem Vater auf die Erde geschickt, um die Menschheit zu erlösen. Sein Geburtstag war der 25. Dezember. Er hatte 12 Jünger und auch er feierte ein Abendmahl. Insofern war der Mithraskult sowohl geistiger Vorbereiter als auch
Rivale für das Christentum. Viele Kirchen wurden daher auf den
ehemaligen Kultstätten des Mithras gebaut (ganz bekannt z.Bsp.:
Chartres). Die Höhlendecke verzierte früher ein Sternenhimmel.
Wie lange der Mithraskult in Saarbrücken zelebriert wurde ist nicht bekannt. Jedoch besagt eine Inschrift, dass Bischof Arnualdus hier den Heiden gepredigt haben soll. Bischof Arnualdus war im 7 Jahrhundert Bischof von Metz und ist als Missionar der Gegend um Saarbrücken anerkannt und heilig gesprochen.
Heute ist von der damaligen Höhle nicht mehr viel zu sehen: Sie ist
eingestürzt, der Eingang zugemauert. Die nachträglich aufgestellten
Säulen erinnern an die ehemalige Konstruktion. Schon damals wurden
Säulen als Träger der Seitenschiffe benutzt. In den Felsen neben der Grotte sind Reste der alten Reliefs zu erahnen.
Einige Meter weiter taucht rechts, unterhalb des Weges ein großer Bunker auf. Runter geht es ein wenig querfeldein. Links vor dem Eingang auf dem Boden ist vor Mos und Laub kaum noch zu erkennen das
Denkmal des guten Mottel
ein Sandsteinblock erinnert an den Tod des guten Mottel. Wer er war und
warum ihm ein Denkmal gesetzt wurde, ist nicht überliefert. Der einzige
Hinweis findet sich im Zivilstandsregister: die Sterbeurkunde des Model
Marx Cahen. Dieser fiel beim Tränken seiner Pferde ins Wasser der Saar
und ertrank.
Der Westwall
Von hier sieht man auch den ersten von insgesamt
18 auf dem Halberg erhaltenen Bunkern des Westwalls. Während die meisten
Bunker des Westwalls nach Kriegsende zerstört wurden, sind am Halberg
alle erhalten geblieben. Grund dafür war wohl der französische
Militärgouverneur, der nach dem Sieg der alliierten Truppen seinen Sitz
auf Schloss Halberg bezogen hatte.
Zurück geht es durch den Wald den Berg hoch auf das Gelände des SR.
Schloss Halberg Ab 1877 ließ der Hüttenbaron Carl Ferdinand
Stumm das heutige Schloss Halberg durch den Baurat Edwin Oppler erbauen.
Die vorwiegend im neugotischen Stil erbaute Schlossanlage umfasst Park,
Beamten- und Torhaus, sowie das eigentliche Schlösschen. Heute
beherbergt Schloss Halberg ein Bistro und Teile des Saarländischen
Rundfunks.
Das Grab des Fürsten Heinrich von Nassau-Saarbrücken
Am Ende des
Schlosshofes befindet sich ein kleiner Obelisk. Hier befindet sich die
Asche des Fürsten Heinrich, dessen einziger Wunsch es war, das Wohl
seiner Untergebenen befördern zu können. Er wuchs auf dem Halberg auf
Schloss Montplaisir heran. Nach der Besatzung durch französische Truppen
wurde Montplaisir zerstört. So trat er seine Regentschaft im Jahre 1794
als Fürst ohne Land an. Er starb mit 29 Jahren auf Schloss Cadolzburg
bei Ansbach durch einen Sturz vom Pferd. Dort wurde er auch begraben.
Erst 1976 gelang es dem "Freundeskreis Erbprinz Heinrich" seine
Überreste ins Saarland zu überführen und entsprach so seinem letzten
Willen.