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Travelmag-Thema: Burgen

Auf zur Neuleininger Burg

Fahrt auf der A6 von Saarbrücken nach Mannheim: Das Stück zwischen Kaiserslautern und Grünstadt lässt sich gut fahren - gute oft 3-Spurige Strecke und wenig Geschwindigkeitsbeschränkungen. Dazu keine Ablenkungen: Links und rechts der Pfälzer Wald. Nach Wattenheim wechselt die Landschaft: Felder bestimmen das Landschaftsbild, Weinberge kommen ins Blickfeld und dann eine Burgruine rechts von der Autobahn.
Der Blick wird frei auf die Rheinebene: Frankenthal bis Ludwigshafen - alles in einem Panorama. Aber diese imposante Burgruine am Rande der Autobahn. Von dort muss man einen ganz herrlichen Blick auf die Landschaft haben. Grund genug mal einen Abstecher nach Neuleiningen samt Burg zu machen.

Außenmauer Burgruine Neuleiningen

Geschichte: Um 1240 bauten die Neuleininger Grafen ihre Burg in Neuleiningen. Zusammen mit der Battenburg auf der anderen Seite des Tales sollte sie den Weg zur Stammburg in Altleiningen verteidigen. Die Lage auf dem Felsen am Rande des Haardt-Gebirges - gepaart mit der Sicherheit der Burg - sorgte für eine rasche Ansiedlung von Handwerkern und Geschäftsleuten. Neuleiningen gedieh sehr schnell, bekam 1364 die Stadtrechte und war die größte Festung der ganzen Region.

Die Klugheit der Grafen sorgte dafür, dass Ort und Burg fast 500 Jahre blühten und gedeihten. So wird heute noch der Gräfin Eva besondere Raffinesse nachgesagt: Sie bewahrte Anfang des 16. Jahrhunderts zur Zeit der Bauernkriege die Burg vor Zerstörung indem sie Tür und Tor öffnete und die wütenden Bauern herzlich bewirtete. Diese vergaßen prompt den Grund ihres Kommens, feierten und gingen danach wieder friedlich nach Hause. Mit der Zerstörung durch französische Truppen im Jahre 1690 verlor die Burg ihre Bedeutung. Neuerliche Aufbauversuche schlugen aufgrund der Einmischung des Bischofs von Worms fehl.



Heute hat sich Neuleiningen wieder zu einer Perle an der Deutschen Weinstraße gemausert: Mit hohem Aufwand wird die Burgruine erhalten und die Bausubstanz gesichert. Die zur Besichtigung freie Ruine beherbergt Restaurant und Museum. Das Burg- und Bergdorf lädt zum Rundgang ein: Die Fachwerkhäuser sind bestens renoviert, die engen Gassen mit Sandsteintreppen verbunden. Viele Handwerkerwappen an den Häusern des heute 900 Einwohner zählenden Dorfes künden von der Vergangenheit.

 

Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai veröffentlicht am 07.02.2005 um 17:46 Uhr
Letzte Änderung: 28.07.2010 um 09:15 Uhr
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