Ein pittoresker Anblick: Mit grauen Schieferplatten gedeckte Häuser, von Kiefernwäldern umgeben, drängen sich eng am Fuß des Profítis Ilías, des
zweithöchsten Inselbergs. Beim Spaziergang durch die Gassen lernt man eines der lebhaftesten und liebenswertesten Dörfer von Thássos kennen.
Die meisten Besucher statten nur der schönen alten Marienkirche einen Besuch ab. Dehnt man jedoch den Spaziergang ein wenig aus, entdeckt
man noch so manches Interessante in dem quirligen Dorf.
Ausgangspunkt für einen Rundgang ist natürlich die Platía, das Zentrum von Panagía. Kaum einer kommt hier an dem stets rauschenden
Dorfbrunnen vorbei, ohne eine Hand voll frisches Wasser getrunken zu haben, wie es auch die Einheimischen ständig tun. Von hier aus folgt man dem Schild „Pros Naós Kim. Theotókou“ in eine schmale, sich in Kurven den Hang hinaufwindende Straße, sicherlich eine der malerischsten des Dorfes, und erreicht nach ca. 5 Minuten die 1831 errichtete Marienkirche. Ganz im inseltypischen Stil erbaut, fügt sie sich nahtlos in das Bild
des Dorfes ein. Durch einen Rosengarten mit kleinem Teich gelangt man zum Eingang, dahinter liegt der Gemeindefriedhof. Obwohl der Glockenturm nicht besonders hoch ist, hat man von oben doch einen schönen Blick auf die Schieferdächer von Panagía. Im dreischiffigen Kircheninneren lohnt die gewaltige Holzikonostase mit dem Auge Gottes im Giebel ein genaueres Betrachten. An der rechten Seite des Mittelschiffs, dem Bereich der Männer, erkennbar an der Hinweistafel „Andrón“, befindet sich ein besonderes Kleinod: eine Kreuzzugsstandarte von Richard Löwenherz. Beachtung verdient aber auch die schöne alte Ikone der Gottesmutter schräg gegenüber dem Tisch mit Andenken und Devotionalien.
Fast genau schräg gegenüber der Kirche liegt etwas tiefer als die Straße ein Platz, an dem es schon wieder rauscht. Aus drei unterschiedlich eingefassten Quellen – nach ihnen hat der Platz auch seinen Namen „tris Pigés“ – strömt das Wasser in ein Bassin und über einen Kanal weiter ins Dorf hinab. Ein schöner Ort zum Rasten oder für einen Kaffee in der nebenan liegenden Cafetéria.
Für den schönsten Panoramablick über das Dorf muss man einen halbstündigen Spaziergang machen. Gehen Sie die gepflasterte, laternengesäumte Gasse gegenüber von den drei Quellen aufwärts, bis sie in eine asphaltierte Straße übergeht, der Sie ca. 10 Minuten
weiter aufwärts bis zu einer T-Kreuzung folgen. Hier wenden Sie sich nach links. Einen guten Kilometer läuft man auf einer möglicherweise demnächst asphaltierten Piste am Wald entlang. und kann bald die besten Blicke aufs Dorf genießen. Bei der zweiten Gelegenheit biegen Sie nach links ab und gehen durch die Gassen zur Hauptstraße zurück.
Kurz vor der Platía passiert man hier die Ölmühle Sotiréllis, einen alteingesessenen Familienbetrieb. In der vierten Generation verarbeitet Geórgios zusammen mit seinem Vater Níkos eigene Oliven bzw. die der Bauern aus der Umgebung zu einem sehr guten Öl, das man in einem angeschlossenen Laden erwerben kann. Auf Wunsch zeigt Ihnen Geórgios auch ältere und neue Mahlwerke, Pressen und andere zur Ölgewinnung benötigte Geräte und erklärt auf Englisch den Ablauf der Produktion. Sehenswert ist auch die kleine Fotoausstellung, zudem kann man einen Videofilm anschauen.
Anmerkung von Hihawai: Ein Spaziergang entnommen dem Reiseführer
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Reisebericht von Antje und Gunther Schwab, bei Hihawai veröffentlicht am 07.04.2011 um 10:14 Uhr