Reisebericht Jeepsafari Zypern

Mit dem Jeep Hummeldumm ins Troodos Gebirge

Ok, wir hatten uns auf diesen Tag gefreut. Wir sind sogar früh aufgestanden, lange vor dem Hotelfrühstück. Als 8 Leute aus unserem Hotel in Paphos von einen Land Rover abgeholt wurden, haben wir noch nichts Böses geahnt.
Dusche im Caledonia Fall
Weitere BilderDer öffentliche Strand von Paphos
Der öffentliche Strand von Paphos Bildrechte: in Reisefotografie
Blick zum Hafen im Gegenlicht
Blick zum Hafen im Gegenlicht Bildrechte: in Reisefotografie

Als wir dann an einer Tankstelle auf 11 andere Jeeps trafen und ich etwa 120 Turis zählte, wollte ich nach zurück ins Hotel.
Doch es war zu spät. Die Fahrt ging los. Erste Etappe Richtung Troodos bis zum Asprokremmos Staudamm. Erste Pause für eine kleine Vorstellungsrunde. Unsere zypriotischen Fahrer stellten sich erst mal vor: Gegenseitig, wie bei einem Rockkonzert. Der erste hieß Kostos. Der zweite hieß Kostos. Der dritte hieß Kostos. Alle 11 Guides hießen Kostos. Witzig, nicht?! Hummeldumm lässt grüßen, kam aber viel später.

Der Knüppel zwischen den Beinen

11 Jeeps, 11 Fahrer, 120 Mitfahrer. Wer richtig gezählt hat, wird sich fragen, wie so viele Leute in so wenige Jeeps reingepasst haben: Ist doch ganz einfach. Vorne beim Fahrer saßen 3 bis 4 Leute, die hatten das Glück etwas zu sehen.
Die Person neben dem Fahrer mit dem Schaltknüppel zwischen den Beinen. Folgerichtig legten unsere Fahrer sehr viel Wert darauf, immer eine möglichst junges Mädel neben sich sitzen zu haben. Bei jedem Schaltvorgang musste der Arme ihr zwischen die Beine greifen. Nein, mit einem Mann wäre das wirklich nicht gegangen. Und im Gelände braucht es viele Schaltvorgänge. Grins! - beim Fahrer im Gesicht, mein ich.
Die zweite Reihe hatte es sogar fast bequem, fasste aber auch nur 3 bis 4 Leute. Der Rest saß hinten auf Bänken, die seitlich in dem Land Rover angebracht waren. Die Aussicht bestens: Auf den anderen Touri gegenüber, der die Aussicht nach draußen zwangsweise verdeckte.
Zum Unterhalten zu laut; Den Blick immer freundlich in die Augen des Gegenübers. Bei jedem Bremsen, ein Kipp in die eine Richtung, beim Gas geben in die andere. Man hätte denken können, man wäre in Bayern bei der Schunkelei. Aber noch besser: ging es aufwärts, wurden die hinten von dem Gewicht der vorderen gequetscht. Abwärts umgekehrt. Und so eine richtige Jeepsafari ins Troodos Gebirge ist wirklich keine Autobahn durchs Plattland.
Zwischendurch versuchte man einen kleinen Luftzug von den vorderen Fenstern ab zu bekommen. Aber trotzdem: ein Deo nach dem anderen versagte.

Zum Glück machten wir schon bald wieder Pause. An einem Kiosk - oder wie man es auch immer nennen will - mitten in der Einöde, wo man sonst nix machen kann. Die Verkaufsveranstaltung fand wider Erwarten nicht statt. Unsere Guides brauchten erst mal eine Kaffee.

Dusche in den Kaledonia Falls

Dann ging es wieder weiter mit dem Geschunkel und Geschwitze. So war es nur natürlich, dass sich nach der Ankunft an den Kaledonia - Wasserfällen einige der Turis erst einmal abkühlen wollten und eine erfrischende Dusche unter den strömenden Wassern nahmen.
Seltsamerweise nur Frauen. Natürlich hatte keine Badesachen zu dieser Jeep Safari in die Berge mitgenommen. Also behielten alle brav ihr T-Shirt an. Unsere Guides hatten sichtbar Spaß an der Sache und wählten heimlich ihre persönliche "Miss Wet T-Shirt". Grins.

Nach der Abkühlung spielten wir dann "wer gehört in welchen Jeep und wer darf wo sitzen?". Da fast alle Jeeps gleich aussahen ein nicht leicht zu lösendes Problem, das zu manchem Unmut führte. Aber wir hatten ja unsere Guides, die das ganze mit einem sanften Machtwort lösten. Sie nutzten die Gelegenheit und tauschten ihre Beifahrerinnen durch.
Mittagessen, Fleisch, Wein und Gesang
Dann ging es zum Mittagessen (Im Preis inbegriffen). Den Namen des Dorfes hat mir keiner gesagt. Schönes Dorf. Nete Taverne. Lange Bänke, gemütlich gedeckt. Mittagessen gut, Wein gut, kleines Unterhaltungsprogramm nach dem Essen. Noch ein Wein dazu (nicht im Preis). Die Stimmung stieg und stieg. Und als alle "Schatzilein" grölten, wusste ich nicht, ob ich einfach nur kotzen oder jedem Schatzi einzeln die Fresse polieren sollte. Ich nahm 2 Ouzu - natürlich nicht im Preis. Grins.

Wahrscheinlich hätten wir den ganzen Nachmittag da feiern können. Aber wir hatten ja etwas anderes vor. Also ging es nach 90 Minuten Feiern zurück in die Jeeps. Die Mädels neben den Fahrern tauschten ihre Plätze mit Mädels hinten. Grins.

Und weiter ging es an einem Zedernwäldchen (welches eigentlich eine der Attraktionen dieses Ausfluges in das Troodos Gebirge war) vorbei zum Kloster Kykkos.
Freilich wusste ich nicht, wo und warum ich hier war. Diese Information war irgendwo im Gedünst von Achselschweiß, Auspuffgasen und Backofenatmosphäre verloren gegangen. Ich habe es halt später gegoogelt.
Vor dem Kloster Kykkos stiegen wir also zur Besichtigung aus. Durchgeschwitzt, stinkend, und völlig fertig schleppte ich mich in den Klosterhof. Nein, besichtigen wollte ich jetzt wirklich nichts mehr. Vielleicht gab es irgendwo ein Tröpfchen Wasser.
Dem war nicht so. Auch kein Ouzo. Auch kein Schatten. Die Sonne lachte, brannte voller Wonne in den Klosterhof. Blöde Grinsekuh!
Ein 30 Minuten Video mit 120 Affen aus Deutschland, Holland und England
Dann ging es endlich zurück Richtung Paphos. Natürlich nicht straight away. Wir wollten ja auch etwas haben für unser Geld. Und das konnten wir am nächsten STOP an den Wirt bringen.
Nach dem Kloste Kykkos brauchten wir dringend Flüssigkeit. Brauchten wir wirklich. Zum Glück gab es einen ähnlichen Kiosk, wie am Morgen.
Und hier gab es dann endlich die erwartete Verkaufsveranstaltung. Im Angebot: Videos von unserer Jeepsafari durchs Troodos Gebirge. In den Hauptrollen: 120 Affen aus Deutschland, Holland und England. Natürlich in S-VHS Qualität. Und so saß ich abseits auf einem Hügel im Troodos Gebirge und wartete bis die Videos überspielt waren. Ein unvergesslicher Urlaubstag.

Anmerkung: Den meisten meiner Mitfahrer hat die Safari in das Troodos Gebirge wirklich Spaß gemacht. Andere Leute, mit der gleichen Einstellung, wie ich sie habe, sind vielleicht erst gar nicht so doof sich für teuer Geld zu so einer Tour überreden zu lassen. Angeboten wurde mir diese Tour in so ziemlich allen Kneipen, die ich besuchte.

Auf die Beschwerde bezüglich dieses Artikels hin, möchte ich noch erwähnen, dass es auch andere Jeepsafaris geben soll:
Werbeaussage: "Wer eine Jeeptour auf qualitativ hochwertiger Basis erleben will, dem empfehlen wir Ecologia Tours. Hier wird immer nur mit einem Jeep gefahren und der Inhaber ist ausgebildeter Geologe und Kenner der örtlichen Pflanzen- und Vogelwelt."
Wir haben noch nichts gegenteiliges gehört.
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Reisebericht von , bei Hihawai.de veröffentlicht am
Letzte Änderung: 29.05.2014 um 13:24 Uhr

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