Der Name Granada ist untrennbar mit der roten Burg, der Alhambra, verbunden. Oder umgekehrt: Alhambra - liegt die nicht irgendwo in Südspanien, in Andalusien. Genau! - in Granada. Sie ist eine der meisten besuchtesten Sehenswürdigkeiten in Europa und war einer der Finalisten bei der Wahl zu den neuen sieben Weltwundern.

Die Bekanntheit der roten Burg kommt nicht von ungefähr: Mitten in der Einöde der Sierra Nevada lies Mohammed I, König der Nasriden, eine Burg aus dem 9 Jahrhundert zu seinem privaten Lustschlößchen umbauen. Dabei entstand eine richtige Oase: Gärten, Brunnen, Wasserläufe, Säulen, Marmorgänge. Die Befestigungsanlagen der alten Burg zwar voll erhalten, aber von innen kaum mehr erkennbar: Ein Paradies hinter vier Kilometer langen Mauern.
Zu diesem Paradies gehörte auch Generalife. Keine Versicherung, sondern des Kalifen ganz persönliches Lustschlößchen. Hier konnte er verweilen, sich von den anstrengenden Regierungsgeschäften erholen und in der Gärten wandeln, die ihn an das arabische Vorbild zu Hause erinnerten.
Damit der Kalif dabei nicht der brennenden andaluschen Sonne ausgesetzt war, hat man extra kristallklares Bergwasser aus der Sierra Nevada herbeigeschafft. Wer der brütenden Sommerhitze Andalusiens überdrüssig wird, findet hier auch heute noch Schatten und Kühle, bunte Farben und Gerüche.
Einzigartig erhalten ist auch die Perfektion arabischer Baukunst bis ins kleine Detail. Die vielen arabischen Fenster eröffnen jede Menge Ein- und Ausblicke auf die Anlage und die Stadt. Eine bestimmte Stelle war sogar so konstruiert, dass der Kalif, die schönen Haremsdamen in ihren Gemächern beobachten konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Möglich machte dies eine Spiegelung in den Wassern eines Brunnens.
Natürlich gab es auch noch die Verteidigungsanlagen, die Alcazaba. Hohe Mauern und mächtige Wehrtürme, die das Gefühl der Sicherheit vorgaukelten: Am 2. Januar 1492, in dem Jahr als Columbus Amerika entdeckte, wurde Granada durch das katholische Spanien erobert. Gleichzeitig begann der Niedergang der Stadt: Die Moschee wurde zerstört und eine Kapelle gebaut. Bis zur Fertigstellung diente der Königssaal als Kirche. Erst Karl der V. entdeckte wieder ein Herz für die Stadt im Herzen Andalusiens. Er ließ mitten in der Alhambra einen Palast bauen, der heute die Museen der schönen Künste und das maurische Nationalmuseeum beherbergen.
Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai veröffentlicht am 06.09.2010 um 09:14 Uhr
Letzte Änderung: 06.09.2010 um 09:41 Uhr
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