Eigentlich recht unfair, dass ich das "Thermchen" gleich zu Anfang zeige. Siehe Bild oben. Aber bei meinem ersten Besuch an der Therme war ich doch ziemlich enttäuscht. Schließlich hatte ich mir unter dieser Attraktion weit mehr vorgestellt. Aber die Beschreibungen haben Recht: Es handelt sich um ein mit Steinblöcken zum Meer hin abgeteiltes Becken, in dem sich das Thermal- mit dem Meerwasser mischt. Das ist alles. Aber gerade diese Bescheidenheit macht auch den Reiz der Embros Therme aus.

Die Therme liegt etwa 10km von Kos-Stadt entfernt an der Südküste der Insel. Man kann mit dem Bus, dem Rad (geht ziemlich auf und ab!) oder dem Mietwagen dahin fahren. Der graue Kiesstrand von Aghios Fokas liegt oft unmittelbar daneben. Am Kap selbst eine kleine Militästation - schließlich liegt die Halbinsel Datca türkisches Gebiet) in Sichtweite. Wenige Meter weiter die Hotels Dimitra Beach und das Sentido Michelangelo. An der Abfahrt zur Therme befindet sich ein kleiner Parkplatz mit Bar, so dass man den restlichen Weg zu Fuß genießen kann.
Der Spaziergang zur Therme ist keinen Kilometer weit, kommt mir aber aufgrund der Temperaturen weiter vor. Da kommt man glatt in Versuchung sich einen der Liegstühle am Kiesstrand zu mieten und die Therme, na ja die Therme. Ich geh ja schon weiter und ärgere mich über die Autofahrer, die ihren Wagen nicht am Parkplatz oben abgestellt haben und um mich herum Staub aufwirbeln. Sollte ich das beim nächsten Besuch der Embros Therme auch tun?
Aber dann würde ich ja die tollen Steinformationen verpassen.
Das Thermalbecken ist nicht sehr groß und außer mir hatten noch mehr Leute, die Idee ausgerechnet heute einen Ausflug hierher zu machen. So miete ich dann doch einen Liegestuhl und schaue nur gelegentlich mal am Thermalbecken vorbei. Besonders angenehm ist hier die Tatsache, dass man gleichzeitig Meer und Sonne im Blick hat. Denn bei den im Norden gelegenen Stränden von Mastichari und Marmari scheint die Sonne ja von hinten. Und der Weg zur Therme ist doch um einiges kürzer als die 40 Kilometer zum Paradise Beach kurz vor Kefalos.
Das Wasser der Embros-Therme wirkt - bestätigt von der TU München - gegen Haut-, Augen-, Atemwegs-, Gefäß- und Muskelerkrankungen. Ist also für fast alles gut. Bei so viel Heilkraft sollte man denken, dass hier ein rießiges Kurbad ähnlich der Blauen Lagune auf Island stehen müsste. So etwas ähnliches ist prinzipiell auch geplant. Seit 1994 hat man mit Unterstützung der EU mit der Verwertung der Thermalquelle begonnen. Zu sehen ist davon (noch) nichts. Und das ist vielleicht auch gut so.
Hinter dem Thermalbecken kann man noch ein Stück unter den Felsen weitergehen. Dieser Abschnitt wird von vielen als öffentlicher Strand genutzt. Dabei ist dies wegen der Steinschlaggefahr nicht wirklich zu empfehlen: Überall liegen größere heruntergefallene Steinbrocken herum. Wenn von der Embros-Therme gesprochen wird, ist übrigens (fast) immer die vordere Therme gemeint. Es gibt noch eine hintere, die aber nur mit dem Boot erreichbar ist.
Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai veröffentlicht am 29.07.2010 um 13:20 Uhr
Letzte Änderung: 30.01.2012 um 10:04 Uhr
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