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Leider ist der „Ritt“ – man wird
in einer Karawane geführt – viel zu kurz, aber den Spaß sollte man sich
trotzdem nicht entgehen lassen. Allerdings sollte man sich anschließend
nicht unbedingt zu einem Rendez-Vous oder einem Geschäftsessen begeben -
empfindliche Nasen behaupten nämlich, man
dufte hinterher nach „coco
camél“ (Frechheit!).
Echadero de los camellos
Am Hüter der
Feuerberge - dem von César Manrique entworfenen
Feuerteufelchen - vorbei, geht´s zum Nationalpark Timanfaya. Am Islote
de Hilario werden die gewaltigen Kräfte der Natur in geologischen
Experimenten eindrucksvoll demonstriert: z.B. werden den Besuchern
Lavasteinchen aus einer Tiefe von nur 10 cm in die Hand gelegt. Aber da
behält man sie nicht lange, denn die sind wirklich heiß...(ca. 104 C).
Gestrüpp, nur ein paar Meter (heißer) unter die Erdfläche gebracht,
fängt nach etwa 1 min Feuer, und wer eine kleine Abkühlung braucht,
sollte versuchen, einen Platz in der Nähe des künstlich erzeugten
Geysirs (noch heißer...) zu ergattern... ;)
Wer von all den Experimenten Hunger hat, kommt ganz einfach in Teufels
Küche: direkt oberhalb des „Versuchsfeldes“ befindet sich das von
Manrique entworfene Restaurant „El Diablo“, welches die Erdwärme für ihr
kulinarisches Angebot geschickt zu nutzen weiß: Aber keine Angst,
anstelle kleiner Satansbraten schmoren Hühnchen über einem Naturgrill in
ihrem eigenen Saft...
Ein weiterer Höhepunkt bildet die „Ruta de los volcanes“, eine Straße,
die ca 14 km durch die bizarre Mondlandschaft führt. (darf aber nur mit
parkeigenen Bussen befahren werden, da Naturschutzgebiet). Resultat der
sechs Jahre andauernden vulkanischen Tätigkeiten (1730 – 1736) –
Lavagestein der rund 30 Krater überziehen fast die gesamte Insel
La Geria - Weinanbaugebiet So, nachdem die Feuerberge einem ganz schön eingeheizt haben, erholt man sich am Besten mit einem Schlückchen des für die Insel typischen Malvasía-Wein und einem (oder zwei, drei...) Stückchen Ziegenkäse...mmmh...
Und weil auf dieser Insel eigentlich fast alles andersartig ist, nimmt auch der Weinbau skurrile Formen an: um die Reben vor den Passatwinden zu schützen, werden diese in bis zu 2 m tiefe Trichter aus Erde gepflanzt und mit halbkreisförmigen, aus Lavagestein gefertigten Mäuerchen umgeben. Gleichermaßen für eine ertragreiche Ernte unverzichtbar sind die Lapilli, poröse Lavasteinchen, mit denen die Erde bedeckt sein muss. Diese Steinchen nehmen die Feuchtigkeit aus dem Meereswind auf, und geben diese an den Untergrund weiter. Diese Funktion ist besonders wichtig, da es auf Lanzarote keine Flüsse und so gut wie nie Regen gibt. Weinanbau und Ackerbau sind demzufolge eine schweißtreibende Angelegenheit, da alles reine Handarbeit ist - Um die Erde vor Austrocknung zu bewahren können nämlich keine Maschinen (Pflüge, etc.) zum Einsatz kommen. à Den
Wein daher doppelt genießen...
Norden Mirardor Del Rio Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick zur Insel La Graciosa und auf das kleine Archipel. Aber nicht nur die Aussicht, sondern auch das an dieser Stelle von César Manrique entworfene Gebäude sind in jeden Fall einen Ausflug wert. Adleraugen sind hier nicht gerade von Nachteil, denn man muß wirklich aufpassen, dass man das Gebäude von außen nicht übersieht, so perfekt ist es der Umgebung angepasst.
Innen besticht der großzügig geschnittene Raum durch seine organische Form und der schlichten Eleganz. Dabei steht die Aussicht auf die Inseln stets im Mittelpunkt (riesige Panoramafenster).
Jameos del Agua Das wohl beeindruckendste Werk Manriques ist „Jameos del agua“, eine Grotte, die für ihre kleinen blinden Krebse berühmt ist. Grotte trifft es eigentlich nicht ganz, denn Jameos sind Vulkanblasen, die teilweise eingebrochen, und dessen (hohle) Innenräume daher zugänglich sind. Diese Grotte gehört zu dem Tunnelsystem Atlántida. Hauptattraktion ist ein kleiner See, der von Meerwasser gespeist wird (mit Gezeiten etc.) und in denen sich kleine, blinde Albinokrebse befinden. Gourmets werden jedoch enttäuscht sein – die Dinger sind nur etwa1-3 cm groß, und zum satt werden nicht geeignet ;)), aber das Vorkommen der Tiere ist ein kleines Wunder. Diese finden sich sonst nämlich nur in einer Tiefe ab 1000 m unter Wasser. Die mystische Atmosphäre, die an diesem Ort herrscht, wird durch entsprechende Musik noch gesteigert. Zu diesem Tunnelsystem gehört auch ein kunstvoll angelegtes Schwimmbad (wegen zu großen Andrangs leider geschlossen), sowie eine fast ausschließlich von der Natur geschaffene Konzerthalle, welche für ihren reinen Klang bekannt ist.
Aber eigentlich sind die Bauten, die Manrique nicht nur in (teilweise entwarf er die Skizzen direkt vor Ort...) sondern v.a. auch mit der Natur hat entstehen lassen, unbeschreiblich. Also, nichts wie hin !!!
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