In Ronda steht die älteste Stierkampfarena Spaniens - in ihr das Stierkampfmuseum. Denn hier nahm der Stierkampf seinen Anfang: Die Familie Romero aus Ronda legte erstmals die Regeln des Kampfes fest und stellte über Generationen hinweg die besten Stierkämpfer Spaniens.
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Ronda gehört zum Pflichtprogramm eines Andalusien Besuchs. Die Touristen kommen meistens wegen der neuen Brücke. Sie verbindet die durch eine 90 m tiefe Schlucht getrennten Stadtteile El Ciudad und El Mercadillo. Man genießt einen Kaffee auf einer der Aussichtsterrassen, kauft einige typische Souvenirs oder flaniert einfach ein bisschen durch die wunderschön heraus geputzten Gassen.
Dabei hat Ronda weit mehr zu bieten: Die Geschichte reicht bis in die Altsteinzeit zurück. 20 Kilometer südlich von Ronda befinden sich die Cueva de la Pileta, in denen sich Höhlenmalereien aus dieser Zeit befinden. Eine Besichtigung der zwei Kilometer langen Gänge lohnt allemal.
Bei Pferdefans viel bekannter ist die Möglichkeit eines Reiturlaubs in der Gegend von Ronda. Dies kommt nicht von ungefähr. Die Geschichte geht auf Philip II. zurück.
Er gründete schon im Jahr 1572 die königliche Reitschule. Damals der Landesverteidigung dienend, sollte sie die Kunst des Reitens erhalten und verbessern. Wie es im Mittelalter üblich war, gehörte auch der berittene Stierkampf zum Ausbildungsprogramm. Natürlich war dies dem Adel vorbehalten.
Erst im 18. Jahrhundert kam der Stierkampf zu Fuß auf. In Ronda erwarb die Familie Romero großen Ruhm und Ansehen. Sie begann damit, den Stierkampf nach bestimmten Regeln zu betreiben. Der Stier wurde auf eine klassische, nüchterne Art bekämpft; der Torero zu Fuß und nur mit dem roten Tuch bewaffnet. Die Romeros aus Ronda stellten drei Generationen lang die besten Stierkämpfer Spaniens. Pedro Romero, der Enkel dieser Dynastie, erwarb dabei den größten Ruhm. Er tötete Zeit seines Lebens über 5000 Stiere und stand noch als 80-Jähriger in der Arena. Erstaunlich, dass er dabei keine einzige Verletzung erlitt. So wurde er das Vorbild vieler Spanier, denn er zeigte ihnen die Möglichkeit, über den Stierkampf ihre soziales Umfeld zu verlassen und die Möglichkeit, reich und berühmt zu werden.
Der Adel wurde aus der Arena verdrängt und sah es fortan als seine Aufgabe an, die mutigsten und kampfeslustigsten Stiere zu züchten. Seit dieser Zeit erhebt Ronda den Anspruch, die Wiege des Stierkampfes zu sein. Die königliche Reitschule unterstützte diese Art des Stierkampfes. Sie beauftragte den Architekten Martin de Aldehuela mit dem Bau einer neuen Stierkampfarena. Dieser hatte sich in Ronda schon einen Namen gemacht, indem er die neue Brücke geplant und gebaut hat. Nach 6-jähriger Bauzeit wurde sie im Jahre 1785 eröffnet.
Am Eröffnungskampf nahm Pedro Romero Teil. Die Eröffnung wurde ein voller Erfolg. Die Besucher waren nicht nur von dem Stierkampf, sondern auch von der einzigartigen Architektur der Arena beeindruckt. Offensichtlich hatte der Architekt den berühmten Palast Karl V in der Alhambra in Granada zum Vorbild genommen. Die Arena hat 66 m Durchmesser und ist von einer Gasse aus zwei Steinringen umfasst. Es gibt fünf Sitzreihen in zwei Etagen, die alle überdacht sind. Das Dach wird von 136 toskanischen Säulen getragen. Bis heute gibt es in Spanien keine Arena, die eine ähnliche Eleganz und Feinheit ausstrahlt. Heute gehört die Arena zu den wichtigen Attraktionen Rondas. Neben dem Stierkampf dient sie immer noch der königlichen Reitschule. Mittlerweile hat man auch ein kleines Stierkampfmuseum eingerichtet, in der man die Geschichte des Stierkampfes nachvollziehen kann.
Im 20. Jahrhundert brachten es die Ordoñez zu ähnlichem Ruhm, wie damals die Romeros. Sie beeindruckten Ernest Hemingway, Orson Welles und einige andere Persönlichkeiten, die Ronda zu jener Zeit besuchten. So kommt es, dass Ronda, Schauplatz vieler Szenen in Literatur und Kunst geworden ist.
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