Der Dom ist das bekannteste Bauwerk der Stadt Köln. Sein offizieller Name: Hohe Domkirche St. Peter und Maria.
Nach dem Ulmer Münster ist er die zweithöchste Kirche in Deutschland.
Trotzdem zieht er eine Menge mehr Touristen an als das Ulmer Münster.
2004 kamen so viele Besucher zum Kölner Dom wie zum Pariser Eiffelturm:
etwa 4 Millionen. Grund genug, sich ein wenig mehr mit diesem Bauwerk zu
beschäftigen.

Das kann man sich heute gar nicht
mehr vorstellen: Ein Mann bringt ein paar Knochen in eine Stadt, sagt,
die sind von ein paar berühmten Leuten, die schon vor 1200 Jahren
gestorben sind. Die Knochen werden in einer Halle ausgestellt und schon
kommen so viele Menschen herbei, dass diese Halle zu klein wird.
So geschehen 1164 in Köln, als der Erzbischof die Reliquien der heiligen
3 Könige nach Köln brachte, und im alten Dom ausstellte.
So wurde dann im August 1248 mit dem Bau des Kölner Domes begonnen.
Dombaumeister Gerhard zog den Bau in damals wie heute atemberaubender
Geschwindigkeit hoch. Schon 1322 konnte das Chor geweiht werden.
Weil
die Kölner aber ihren Erzbischoff verjagt hatten, verzögerte sich der
Bau immer mehr und wurde 1528 ganz eingestellt. 300 Jahre lang bestimmte
die Silhouette des unfertigen Kölner Doms mit einem Baukran auf dem
Südturm das Bild von Köln - etwas so wie heute die Baustelle der Sagrada Familia in Barcelona.
Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts fand man die Pläne von Meister
Gerhard wieder. Die Nationalbewegung entdeckte den unvollendeten Kölner
Dom als Symbol der deutschen Einheit. So brachte man König Friedrich
Wilhelm den IV. von Preußen dazu, sich persönlich und finanziell für den
Dombau zu engagieren. 1482 legte er den Grundstein für den Weiterbau
des Doms.
Man hielt sich zwar getreu an die Pläne Meister Gerhards, so dass
Kunsthistoriker den Dom als einmalige Harmonisierung sämtlicher Bau- und
Schmuckelemente der mittelalterlich-gotischen Architektur sehen, setzte
aber für die damalige Zeit moderne Techniken ein. So wurde zum Beispiel
ein Dachstuhl aus Eisen eingesetzt. Eine Technik, die wesentlich dazu
beitrug, dass wir den Dom noch heute bewundern und bestaunen können: Als
der Dom während des 2ten Weltkriegs von mehreren Bombentreffern
erschütttert wurde, stürzte der Dachstuhl nicht ein.
Heute ist der Kölner Dom nach dieser langen und wechselhaften Bauphase
Weltkulturerbe der UNESCO. Als weit sichtbares Monument bestimmt er in
einzigartiger Weise das Bild der Stadt. Hoffen wir dass das so bleibt,
denn verschieden Bauvorhaben auf der gegenüberliegenden Rheinseite
könnten dies bald verhindern.
Anmerkung/en der Redaktion:
Einen einzigartigen Einblick, wie es wohl in der ersten Bauphase des Doms zu Meister Gerhards Zeiten zuging, liefert der Roman: Tod und Teufel von Frank Schätzing.
Mittlerweile
hat die Stadt Köln die Bauvorhaben aufgegeben, so dass der Kölner Dom
nicht mehr auf der roten Liste der UNESCO steht.
Artikel von Hihawai, bei Hihawai veröffentlicht am 31.05.2006 um 10:26 Uhr
Letzte Änderung: 11.08.2010 um 17:22 Uhr
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